Heute bin ich genau seit drei Wochen hier in Amerika. Manchmal kommt mir das schon unendlich lange vor, aber meistens fühlt es sich eher so an, als wäre ich gestern erst angekommen. Ich erlebe jeden Tag so viele neue Dinge und es passiert so viel, dass die Zeit irgendwie rennt.
Montags muss ich immer den Großeinkauf für die Woche machen. Letzte Woche habe ich es zum ersten Mal gemacht und heute war es wieder soweit. Die Supermärkte hier kann man eigentlich ganz gut mit den deutschen vergleichen, außer dass es hier viel größer ist und dass es mehr Auswahl gibt. Ich denke, dass drei ganze Gänge mit Gefrierschränken da für sich sprechen! Da kann sich so ein Orientierungstalent wie ich schonmal leicht verlaufen. ;) Zum Glück hatte ich aber beide Male die Jungs dabei, die sich ganz gut auskennen und mir auch erklären konnten, warum ich "kale", was Kohl heißt, nicht in der Kornflakesabteilung finde.
Die Jungs dabeizuhaben ist aber auch ein kleiner Nachteil. Wer hätte gedacht, dass es einem 9-Jährigen so viel Spaß macht auf dem Einkaufswagen rumzuklättern und wirklich ALLE Sachen in den Regalen anzufassen? Ich jedenfalls nicht. -Jetzt aber schon! Ein Grund, warum ich mich ein bisschen darüber freue, dass ich das bald alleine machen muss. Es wird zwar noch länger dauern, aber zumindest werden meine Nerven ein bisschen verschont :)
Am Freitag war ich beim College um mich dort mit meiner Community Counselorin zu treffen. Sie ist diejenige, die sich um alle Au Pairs aus unserem Cluster kümmert, jeden Monat Au Pair Treffen organisiert und uns eben auch dabei hilft uns für die Collegekurse einzuschreiben. Ich habe mich, zusammen mit einem anderen Au Pair, für einen Schauspielkurs entschieden. Das wird bestimmt witzig und um einiges lockerer als andere Kurse. Um den Kurs machen zu können, musste ich aber am Samstag einen Englischtest machen. Ich hatte schon ein bisschen Bammel davor, das war allerdings völlig unnötig. Der Test war relativ einfach: Ein Teil war Hörverstehen, danach musste man ein Essay darüber schreiben, ob und warum man ein glückliches Kind war und zum Schluss musste man noch Grammatikaufgaben machen. Das war aber alles multiple choise und deswegen auch nicht wirklich schwer. Ich sollte mich mit solchen Aussagen zwar lieber solange zurückhalten, bis ich auch das Ergebnis habe, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich bestanden habe.
Bei dem Test waren praktischer Weise auch noch ein paar andere Au Pairs und man hat wieder neue Kontakte geknüpft, super!
So, und jetzt zum letzten Thema: Werkstätten. Ja, genau, ich musste schon wieder zur Werkstatt. Ich bin seit drei Wochen in Amerika und war schon drei Mal mit dem Auto in der Werkstatt! Dieses Mal war es aber zum Glück nicht meine Schuld. Einer der Reifen hat an Druck verloren, weswegen eine Signalleuchte im Armaturenbrett geleuchet hat. Mein Gastvater meinte, ich soll mit dem Auto zur Werkstatt, damit die den Reifen wieder füllen. In der Werkstatt haben sie dann aber festgestellt, dass ein Nagel im Reifen steckt, wir nen neuen Reifen für 290$ brauchen und sie zusätzlich 50$ für das Wechseln nehmen. Das Ganze sollte also teurer sein, als meine Spiegelgeschichte. Ich hab dann erstmal meine Gastmutter angerufen und sie meinte, ich soll zu 'ner anderen Werkstatt fahren. Der Mann bei der anderen Werkstatt war total nett und hat gelacht, als er sich den Reifen und den Nagel angeguckt hat. Als ich ihn dann gefragt habe, warum er lacht, hat er einfach den Nagel rausgezogen (ein richtig kleines Ding) und gesagt: "So, fertig!". Er hat die Stelle dann irgendwie geflickt, mir 30$ berechnet und das war's. Also ich weiß jetzt, zu welcher Werkstatt ich das nächste Mal gehe!
Die Lampe leuchtet allerdings immernoch, weil sich das System irgendwie aufgehängt hat. Deswegen muss ich mit dem blöden Auto am Mittwoch nochmal zu 'ner anderen Werkstatt, wo sie das System neu starten können. Absolut nervig!
Die Jungs meinten schon, dass mich das Auto wohl einfach nicht mag. So langsam glaube ich das auch...
Ansonsten geht es mir aber immernoch richtig gut! Ich komme immernoch super mit meiner Gastfamilie klar und bin auch schon ordentlich braun geworden. Das wird bestimmt noch besser, wenn wir am 17. für eine Woche nach North Carolina an die Outer Banks fahren. Eine Woche Strandurlaub mit der ganzen Familie, inklusive Hund. Ich freue mich schon riesig!
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